Religionspädagogisches Konzept

 

Vorwort

 

In unserer Einrichtung ist die religiöse Erziehung kein ge­sonderter Teil der pädagogi­schen Arbeit, sondern das Fundament unseres täglichen Miteinanders. Dadurch sollen die Kinder ein Gespür be­kommen für die Liebe Gottes zu uns Menschen und seine Zusage an uns:“ Ich bin da.“ (Exodus 3,14)

 

Das Wissen um die Gegenwart Gottes bei allem was wir tun, was uns geschieht und was wir erleben ist wesentlich für den Umgang von Kindern, MitarbeiterInnen, Eltern, Familien, der Kirchengemeinde und unseren Kooperationspartnern.

 

Diese religionspädagogische Konzeption möchte in Abstimmung mit dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für baden-württembergische Kindergärten und dem Rottenburger Kindergartenplan der Diözese Rottenburg-Stuttgart unsere religionspädagogische Arbeit darstellen und beschreiben.

 

Das biblisch- christliche Menschenbild ist die Grundlage unserer Überzeugung und unseren Handelns.

 

 „Dies soll das Kind erfahren: Gott kennt und liebt mich als sein Gegenüber und von ihm bin ich angenommen und gewollt.“ [1]

 

Als Gottes Ebenbild besitzt jeder Mensch, egal ob jung oder alt eine einzigartige Würde und hat ein Recht auf Achtung seiner Person und Anspruch auf individuelle Entfaltung.

 

„Gott ist immer da“ – auf der Grundlage dieser Zusage ist es für uns wichtig, dass wir mit allen Kindern Gott erleben, dass wir erfahren können, dass jede und jeder Einzelne von Gott geliebt ist, mit seinen Stärken und seinen Schwächen. Es ist uns wichtig, dass alle Menschen, die in und um unseren Kindergarten mit uns in Beziehung stehen akzeptiert und respektiert werden ohne Ansehen von Konfession, Religion oder sonstigen Weltanschauungen.

 

 

 

 

Religionssensible Erziehung und Bildung

 

Wir begleiten Kinder in ihrem Suchen und Fragen nach den großen Themen des Lebens und wollen ihnen Hilfestellungen geben.

 

Wir wollen mit den Familien gemeinsam Wege gehen, gemeinsame Lösungsansätze suchen und auch in schwierigen Situationen im Gespräch bleiben

 

Durch das Erleben und Erfahren religiöser Elemente und Rituale wollen wir Halt geben und damit das Selbstbewusstsein stärken, um den Kindern tragende Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg mitzugeben.

 

 

 

 

 

 Umsetzung in der Praxis

 

„Ich bin da“ – diese Zusage liegt unserer konkreten religionspädagogischen Arbeit zugrunde:

 

 

 

  • Kinder als kleine Theologen:

 

Kinder haben ein sensibles Gespür für religiöse Fragen, wir möchten gemeinsam mit den Kindern Antworten auf Fragen suchen und sensibel ihre Entwicklung auf diesem Gebiet unterstützen, indem wir immer wieder Raum und Zeit lassen für Fragen der Kinder und indem wir bewusst äußere Anlässe wie Trauer, Gewalt und auch Freude in Gesprächen oder im Morgenkreis aufgreifen und ins Gespräch bringen. Unseren Namenspatron, den heiligen Josef, möchten wir den Kindern als Vorbild, als Beschützer und Begleiter der Kinder greifbar und erlebbar machen.

 

 

 

  • Mit Kindern religiöse Rituale erleben:

 

Rituale sind wichtig, um Kindern zum einen Halt und Geborgenheit zu vermitteln, zum anderen bergen Rituale symbolische Bedeutungen in sich. „Religiöse Rituale erschließen die Dimension der Gottesbeziehung. Sie sind wie eine Tür, die den Alltag auf Gott hin öffnet“[2]. Diese Tür möchten wir mit den Kindern öffnen, indem wir christliche Lieder singen  gemeinsame Gebete sprechen und wir in der Kita regelmäßig ganzheitliche, sinnorientierte, Andachten nach dem Konzept von Sr. Esther Kaufmann und Franz Kett  feiern.  

 

 

  • Mit Festen den Tag und das Jahr gestalten

 

Feste und immer wiederkehrende Ereignisse geben uns Menschen eine wichtige Struktur unseres Lebens. Gerade für Kinder ist es von großer Bedeutung, verlässliche und damit stabile Abläufe in bestimmten Zeiten kennenzulernen. „Festtage – persönliche und gemeinschaftliche, religiöse und weltliche – sind wichtige Einschnitte und oft auch heilsame Unterbrechungen des Alltags.“[3] Wir möchten diese Einschnitte bewusst mitgestalten, indem wir die christlichen Feste im Jahreskreis mit den Kindern aufgreifen und auch die Eltern in unseren Elternbriefen und mit unseren Aushängen darüber informieren. Zudem gestalten wir die Geburtstagsfeiern für die Kinder sowie den Übergang in die Schule ganz bewusst mit.

 

St. Josef, unser Namenspatron
St. Josef, unser Namenspatron
St. Martin im Kettkreis
St. Martin im Kettkreis

 

  • Mit Kindern beten

 

Das Gebet als Möglichkeit anzubieten, mit Gott über alles, was uns Menschen bewegt – Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Dank und Verzweiflung – ins Gespräch zu kommen, ist uns in unserer religionspädagogischen Arbeit sehr wichtig. „Beim Beten geht es um das Einüben und Hineinwachsen in die Beziehung zu Gott“[4]. Dies möchten wir in unseren vielfältigen Gebetsformen miteinander lernen und erfahren, indem wir vor dem gemeinsamen Essen beten, indem jedes Kind an seinem Geburtstag selbst ein kurzes Gebet spricht, indem wir bei unseren Spaziergängen bewusst die Schöpfung erleben und auch dafür danken.

 

 

 

  • Mit der Bibel Gott und die Welt erfahren

 

„Die Bibel ist für Christen das „Buch des Lebens“ [… und der biblische Gott ist] ein Gott, der auf der Seite der Menschen steht, der unbedingte Zuwendung schenkt und dessen besondere Aufmerksamkeit den Unbedeutenden und Schwachen gilt.“[5] Von diesem Gott möchten wir in biblischen Geschichten erzählen und diese in den Andachten nach Kett, mit allen Sinnen in der Gemeinschaft erleben. Dabei möchten wir mit unterschiedlichen Zugängen vielfältige Erfahrungs- und Erlebnismöglichkeiten für die Kinder schaffen.

 

 

 

  • Mit Kindern die Kirche entdecken

 

Unter dem Begriff „Kirche“ verstehen wir sowohl das Gebäude als auch die Gemeinschaft der Gläubigen. Uns ist es wichtig, dass beides für die Kinder deutlich und erfahrbar werden kann. Da die Kita zwischen der Kirche St. Martinus und der Kapelle des Hl. Joachim und Anna sowie der Schmerzhaften Muttergottes liegt, ist der Kirchenbesuch für uns ein wichtiges Element im Kindergartenalltag. Immer wieder suchen wir die Kirche oder die Kapelle auf.

 

Wir sind als Kindergarten in Trägerschaft unserer Kirchengemeinde mit dieser eng verbunden, sowohl durch unsere pastorale Konzeption „Gemeinde erLeben“, als auch durch persönliche Kontakte mit der Kindergartenbeauftragten Pastoral, sowie der ersten Vorsitzenden unseres Kirchengemeinderats, die unsere Einrichtung regelmäßig besuchen.

 

 

 

 

  • Mit Kindern Gottesdienst feiern

 

Eine wesentliche Form, unseren Glauben auszudrücken ist, ihn bewusst miteinander zu feiern. Unsere Kirchengemeinde kommt regelmäßig zu gemeinsamen Feiern zusammen. Wir als Teil der Kirchengemeinde möchten in der Mitwirkung und Beteiligung an bestimmten Gottesdiensten im Jahreskreis (Erntedank und Palmsonntag, St. Martin) Verbundenheit zeigen und gemeinsam den uns verbindenden Glauben feiern.  

 

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[1] Rottenburger Kindergartenplan 2008, S. 39

 

[2] Bischöfliches Ordinariat Rottenburg-Stuttgart, Religion erLeben. Religionspädagogische Rahmenkonzeption für die Kindergärten in der Diözese Rottenburg-

     Stuttgart, Stuttgart, 2010, S. 13.

 

[3] Ebd., S. 15.

 

            [4]Ebd., S. 17.

         [5]Ebd., S. 19.